Kompass
Was diese Formel bedeutet
Kinder lösen etwas in uns aus. Manchmal Wärme und Freude. Manchmal Wut, Hilflosigkeit oder alte Muster. Was geschieht gerade in mir? Wer diese Frage stellt, muss das, was in ihm vorgeht, nicht ungefiltert an sein Kind weitergeben. Selbstfürsorge ist nicht egoistisch. Sie beginnt nicht erst mit einer Pause, sondern mit dieser Wahrnehmung.
Tipp für Eltern
So setzt du S im Alltag um
Achte auf die kleinen Warnlampen in dir: gereizter Ton, Druck im Körper, innere Hast oder das Gefühl, gleich zu explodieren. Die eigentliche Bewegung ist: bemerken, verstehen, dann bewusst reagieren. Was du dazwischen tust – dreimal bewusst atmen, einen Schluck Wasser trinken, kurz ans Fenster gehen oder sagen: „Ich brauche einen Moment, dann rede ich weiter.“ – ist weniger wichtig als der kurze innere Raum, den du dir dafür nimmst. Auch du bist ein Mensch in dieser Familie, nicht nur die Person, die funktionieren muss. Dein Kind lernt dadurch: Spannungen müssen nicht einfach weitergegeben werden.
In der Praxis
So wirkt „Selbstwahrnehmung und Selbstfürsorge“ im Alltag
Jede der sechs Formeln lässt sich in ganz unterschiedlichen Situationen einsetzen. Zwei Beispiele aus meiner Begleitungsarbeit, in denen S besonders viel bewirkt:
Digitale Medien
Wenn der tägliche Kampf ums Handy dich selbst an die Grenze bringt
Du merkst, wie der Ton schärfer wird, der Puls steigt, die Geduld aufgebraucht ist – noch bevor das Gespräch überhaupt richtig begonnen hat. Mit S hältst du kurz inne und fragst dich: Was genau löst dieser Konflikt gerade in mir aus? Vielleicht: „Ich werde nicht ernst genommen.“ Oder: „Ich verliere die Kontrolle.“ Oder: „Ich müsste konsequenter sein.“ Zwischen dem Verhalten deines Kindes und deiner Reaktion liegt oft eine eigene innere Geschichte. Wer sie erkennt, spricht aus Klarheit statt aus Erschöpfung – und bleibt dabei glaubwürdig.
Krisen in der Familie
Wenn ein Trauerfall die ganze Familie mitnimmt
In akuten Krisen geben Eltern oft alles – bis nichts mehr da ist. Auch Erwachsene dürfen in Krisen betroffen, erschöpft oder hilflos sein. Verantwortung bedeutet nicht, unverwundbar zu sein. Mit S erkennst du früh, wenn deine eigenen Kräfte nicht mehr reichen, und holst dir aktiv Unterstützung: von Partner, Familie oder Fachpersonen. Das ist kein Rückzug, sondern Verantwortung – für dich und für deine Familie.
Weiterführend
Impulsreferate und Workshops zu Formel S
Ein Impuls ist ein erster Schritt. Manchmal genügt ein neuer Blick. Manchmal braucht Veränderung Übung. Und manchmal hilft es, wenn jemand ein Stück des Weges mitgeht. Genau hier setzen diese Formate an:
→ Orientierung
Impulsreferate
Kurz, verdichtet und auf den Punkt. Impulsreferate helfen, familiäre Themen neu zu sehen – ohne Rezepte, ohne Belehrung.
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→ Umsetzung
Workshops
Hier wird nicht nur zugehört, sondern konkret am Alltag gearbeitet. Für Eltern, die tragfähige Schritte statt nur Inspiration suchen.
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→ Begleitung
Coaching
Individuell, klärend, stabil. Persönliche Begleitung, wenn eure Situation Raum für eure eigenen Fragen braucht.
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